Henry J. Devenport

Alkoholiker - Narzisst - Autor - Fotograf - Ficker - Melancholist - Depressimist - Dauerhotelbewohner.
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Ihr Parfum ist überall. Sogar in den frisch gewaschenen Laken.

Ihr Parfum ist überall. Sogar in den frisch gewaschenen Laken.

(Quelle: nevver)

Reisen mit Freunden

Ich liege neben einer Flasche Grey Goose und einem halben Stummel einer Longfiller in einem Bett aus Seide. Ich bekomme einen Anruf eines alten Freundes und sage ihm, dass ich nicht mehr in die Bar komme, weil ich zu lange mit meiner Ex-Freundin telefoniert habe und mir der Boxkampf jetzt am Arsch vorbeigeht. Das entsprach wenigstens halb der Wahrheit.

Meine Gedanken kreisen um die Vergangenheit und wie sehr ich es vermisse mit den Jungs auf Reisen zu sein. Die Kälte der Autobahn bei Nacht. Das Neonlicht der Tankstellen und das Geräusch wenn die Türen auseinander schieben. Ich vermisse die Wärme und Geborgenheit des Autos mit dem wir stundenlang durch die Teersteppe gleiten. Wir singen unsere Musik mit und streiten über die Selbige, wenn der Geschmack zu ausgefallen ist. Wir essen in irgendwelchen überteuerten Imbissen und pinkelten auf Rastplätzen immer in den Wald und nie in die versifften Toiletten. Und irgendwann, da kommen wir an und der Urlaub hat schon längst vorher begonnen. Schon in dem Moment, um vier Uhr morgens, als wir vollkommen übermüdet, aber aufgeregt, in den Wagen stiegen und die Stadt, die uns geboren hatte, hinter uns ließen.

Zu dünne Mädchen machen blaue Flecken an der Hüfte. Dünne Mädchen haben straffe Brüste. Füllige Mädchen haben große Brüste. Ich liebe sie alle, außer die fetten.

Zu dünne Mädchen machen blaue Flecken an der Hüfte. Dünne Mädchen haben straffe Brüste. Füllige Mädchen haben große Brüste. Ich liebe sie alle, außer die fetten.

(via nevver)

Zwischen Sex und Abendbrot

Ich zwinkre mir im Spiegel zu, während ich mein Hemd zu knöpfe.
"Und? - Lässt du dich scheiden?", frage ich unverblümt und weiß nicht warum.
Sie sitzt auf dem Klo und ihre schwarzen Haare schlängeln sich ihren langen Rücken herunter. Empört blickt sie auf: “Was? Machst du Witze?”
"Ich scherze nie, baby", sage ich und weiß erneut nicht warum ich so einen Scheiß quatsche.
"Ich liebe meinen Mann!", sagt sie gleichgültig.
"Also nicht."
"Nein." Sie spült und klappt den Deckel herunter. "Wie kommst du auf so einen Scheiß?"
"Ich hör ja wie sehr du ihn liebst.", platziere ich überheblich und binde mir einen doppelten Windsorknoten.
Im Spiegel kann ich beobachten, wie sie ihre Intimsphäre untersucht und mit einer Pinzette ein paar Stoppeln Schamhaar herausreißt. Ich werfe einen letzten Kontrollblick in den Spiegel und wische mir den Rest ihres Fotzensafts aus dem Mundwinkel, dann drehe ich mich um. Ihre Schlanke gestallt mit den langen Beinen richtet sich auf und ich kann durch ihre Haare die Nippel ihrer unglaublich straffen Brüste sehen. Mein Schwanz will sich wieder aufrichten für eine neue Runde und ich stecke schnell die Hände in die Taschen um ihn fest zu halten. Sie bemerkt das und greift sofort danach.
"Ist da schon wieder jemand geil?" Sie presst ihn fester zusammen und zieht ihre große, federleichte Gestallt fest an mich.
Ich kann ihre Haare riechen, den Schweiß, die Lust und die Körpersäfte die wir auf uns verteilt haben. Ihre vollen Lippen gleiten über meine und ihre Zunge schlingt in meinen Mund. Mein Schwanz ist bretthart. Ich greife an ihren knackigen Arsch und spreize ihre Backen. Sie beißt mir in den Hals und züngelt in mein Ohr: “Willst du, dass wir noch eine Runde abspritzen?”
Ich greife ihre Arme, drücke sie von mir und verlasse das Bad. An der Tür ihres Hotelzimmers drehe ich mich noch einmal um.
"Du hast seinen Namen gerufen als du gekommen bist", sage ich und überlege, wo ich heute zu Abend esse.

Nichts neues

Ich stehe am Balkon und schaue über die Stadt, die keine Hochhäuser hat. Die Sonne geht unter und in mir wächst der Gedanke über die Balustrade zu springen um zu testen, ob ich fliegen kann. Reglos stehe ich da und stelle mir den Flugwind im Gesicht vor. Es fängt an zu regnen, aber das interessiert mich nicht. Ich stehe einfach nur da und wippe mit meinen Nackten Zehen.

Zurück im Zimmer probiere ich den Fernseher aus und ärgere mich über die langsame Menüführung. Nach gefühlten zehn Minuten finde ich einen Sender; Das Erste. In den Nachrichten steht die Feuerwehr vor einem Krankenhaus. Eine Frau hat Feuer gelegt und dann um sich geschossen. Ich stelle mir vor, dass sie bei mir klingelt und meinen Kopf auf der Wand verteilt.

Die Minibar ist bereits leer. Über das Telefon bestelle ich mir einen Martini aufs Zimmer. Mein Nacken schmerzt und mein Kopf will explodieren. Ich schmeiße eine Hand voll Schmerztabletten ein und bei den Sexy Sportclips fallen mir die Augen zu. Nichts neues an diesem Tag.

Typewriter

Ich sitze in einem Leeren Apartment. Maria hat es mir besorgt. Dann habe ich es ihr besorgt. Als Gegenleistung - So zu sagen.

Im Bad sitze ich auf Klo. Vor mir die alte Schreibmaschiene meines Vaters. Sie ist sehr groß und steht auf einem Brett, das quer über der Badewanne liegt. Ich schreibe gern auf alten Schreibmaschinen. Sie sind stämmig und sperrig. Es ist noch richtige Arbeit, einen Text auf ihnen zu kreieren und man muss noch nachdenken, bevor man Tippt, denn sie verzeihen keine Fehler. Sie machen Schreiben zu einem Handwerk! Ich schreibe über einen alten Mann:

Er saß an einem Fluss. Vor ihm die kleinen Wellen der Steine, die über das Wasser sprangen und ein paar empörte Enten verjagten. Seine Gedanken waren allein. Er trank einen Schluck Kaffee aus der Termoskanne, die er mitbrachte. Seine Frau hatte sie für die Arbeit gemacht. Es gab nur ein Problem; er hatte keine Arbeit mehr und warf Steine in den See. Schon seit Wochen.

Ich schreibe lange. Sehr lange. Dabei rauchen ich. Viel zu viel. Meine Lungen sind voll von giftigen Dämpfen und mein Hals tut mir weh. Es wird Tag, Nacht und wieder Tag. Tagelang. Ich habe keine Ahnung mehr wo ich bin und was ich schreibe. Ich schreibe einfach. Krankes Zeug, wirres Zeug, gutes und schlechtes. Wenn ich auf Klo muss, ist das nicht schlimm, denn ich sitze ja auf einem. Nur das mit dem Essen wäre ein wenig schwierig geworden, hätte ich mir vorher nicht tonnenweise YumYum Nudeln aus dem Supermarkt geholt. Maria hat mir einen Wasserkocher besorgt, dann habe ich es ihr besorgt.

Die einsame Hure

Ich wache auf. Das Bett ist kalt. Die Tür zum Bad steht offen. Die Dusche läuft. Beim Aufstehen wanke ich und stoße meinen großen Zeh heftig am Nachtschrank. Fluchend drifte ich zum Fenster. Hinter den Vorhängen: nicht Berlin… Wo zur Hölle bin ich?

Auf der Speisekarte steht: Westin Grand Munich. Ich bin zurück! Am Telefon überrede ich den Concierge mir die Reste von dem Perfect Sunday Brunch zu bringen, obwohl ich von diesem Namen fast kotzen muss. Auf dem Boden finde ich einen letzten Schluck Champagner dessen Namen ich nicht richtig aussprechen kann und spüle damit die Handvoll Aspirin herunter, die ich in meinem Bademantel finde. Am Ärmel hängt noch ein wenig Erbrochenes, aber ich weiß nicht ob es meins ist.

Ich starre eine gefühlte Stunde auf den Betonblock gegenüber und frage mich ob die mich sehen können. Der Arabellapark ist eine Betongrube. Das stand nicht auf der Website des Hotels. Ich streife den Bademantel ab und stelle mich nackt vor das Fenster. Als ich bemerke, dass man aus meinem Zimmer durch eine Kuppel in den Restaurantbereich schauen kann, schäme ich mich ein wenig und merke, dass ich langsam nüchtern werde.

Auf dem Schreibtisch steht ein Stuhl und darauf mein Laptop. So schreibe ich gerne. Im stehen. Aber diesmal sind Wichsflecken auf der Tastatur und ich fühle mich allein.

Der Zimmerservice klopft an die Tür und als ich nicht reagiere, fragt er vorsichtig nach Mr. Mouse. Er meint Mickey Mouse, meinen falschen Namen. Ich ärgere mich kurz, dass Peter Parker nicht mehr frei war und öffne ihm nackt die Tür. Der ältere Inder bleibt unbeeindruckt und weißt mich daraufhin, dass ich in einem Nichtraucherzimmer wohne. Ich scheiße auf ihn und das Hotel (obwohl es wirklich schön ist) und lasse das Frühstück einfach vor meinem Bett stehen.

Im Badezimmerspiegel finde ich einen blassen Kerl mit Schlaf in den Augen und getrockneter Sabber im Mundwinkel. Ich stelle die Dusche ab. Das Wasser ist eiskalt. Im Waschbecken klebt ein wenig Lippenstift; Karmesinrot, und in der Toilette schwimmt ein gebrauchtes Kondom - nein, zwei. Ich erinnere mich nicht und frage mich warum Wichse auf dieser scheiß Tastatur klebt. Ich scheiße sehr flüssig und dusche nicht.

An der inneren Metallplatte der Minibar kühle ich meine Stirn und sehe, dass jemand mit diesen kleinen Magnetwörtern für den Kühlschrank das Wort “Hure” hinterlassen hat. Ich glaube, dass ich es war.

Club oder Disco

Ich bin zu feige mir die Pulsadern aufzuschneiden, deshalb versuche ich es mit Alkohol. Dauert zwar ewig, aber man lernt eine Menge Frauen dabei kennen - jedenfalls am Anfang, wenn man noch gut dabei ausschaut. Ich hoffe jedes mal, dass ich versehentlich von einem Balkon falle, oder aus dem Fenster in meiner Küche (wenn ich denn mal da bin).

Heute gehe ich in einen Club und erinnere mich, dass es mal Disco hieß. Irgend so ein Typ mit Flyern hat ihn mir empfohlen, als ich auf dem Weg zu einem Herrenausstatter war um mir ein neues Hemd zu besorgen. Der Concierge im Hilton war mit zu schwul um für mich die Farbe auszusuchen.

Mit einem Mochito in der Hand fällt mir die unsinnige Dialogfolge des Miami Vice Films wieder ein und ich verschlucke mich an einem kleinen Eiswürfel. Auf Klo werde ich von so einem Spinner mit viel zu festem Händedruck und Schrauben im Schultergelenk gefragt, ob ich kacken war. Er heißt “ohne Scheiß: Hans Peter Martin Müller” und ich finde das “ohne Scheiß: krass deutsch”. Während ich mir die schmerzende Hand reibe, erzählt er mir er sei eigentlich Punkrocker, aber eigentlich auch bei der Bundeswehr.

Ich wasche mir die Hände sehr, sehr gründlich und verschwinde in ein anderes Stockwerk des “Clubs”. Dort sehe ich ein Mädchen mit einem beigen Stoffkleid, das zu eng und kurz ist. Sie ist langbeinig, sexy und vor allem jung. Wenn man sie im Augenwinkel beobachtet, dann könnte man meinen sie wäre nackt, so Hautfarben ist das Beige. Ich frage mich ob sie in den hohen Schuhen überhaupt laufen kann und bekomme langsam einen Ständer bei dem Gedanken, dass sie ihren jungen Hintern auf meinem Schoß reibt. Sie lächelt herüber und ich lächle zurück.

Plötzlich werde ich von zwei kleinen Tussen angerempelt, die wie wild tanzen und nach Gras stinken. Die Blonde stinkt ebenfalls nach Schweiß und die Dunkelhaarige scheint so drauf zu sein, dass sie gar nicht merkt wie Hühnerhaft sie eigentlich tanzt. Wie ein lahmer Gockel schlägt sie mit einem Arm als wäre er ein Flügel und stampft mit einem Fuß immer wieder viel zu schnell auf den Boden. Dabei dreht sie sich wie die Stinkende Andere im Kreis. Ich flüchte in meinem neuen Hemd an die Bar und gebe mir den Rest mit Gin-Tonic, als die Blonde in dem engen Kleid neben mir auftaucht und in den Schritt greift. Ich liebe schickimicki Läden!

Ex-Foto

Ich liege mit einem Kater den ganzen Tag im Bett. Es ist nicht mein Bett. Ich bin in irgend einem Hiltonzimmer und starre an die Decke. Das Frühstück habe ich verschmäht. Keine Erdbeeren, keine Cornflakes und vor allem kein Sekt!

In der Glotze kommt nichts Gutes und das Angebot an Hotelpornos ist scheiße. Ich langweile mich so sehr, dass ich das Foto meiner Ex-Freundin aus dem Portmonee hole und es anstarre. Dann dusche ich heiß und hole mir zwei mal einen runter. Meine Leisten brennen und damit ich meine Latte los werde, stelle ich die Dusche auf eiskalt. Beim abtrocknen finde ich ihre Bodylotion, benutze sie, hole mir ein drittes mal einen runter und als ich komme stecke ich mir den Finger in den Arsch.

Beschämt lege ich mich auf das französische Bett und versuche mich an ihren Namen zu erinnern. Ich schlafe ein und träume von ihr. Sie trug gestern Abend ein sehr knappes champagnerfarbenes Kleid und dazu süße Riemchenschuhe und kurzes, braunes Haar. Ihre Haut war sehr hell und weich. Sie roch nach Rosen und zwischen den Beinen nach dem Waschmittel ihres Slips.
Nach einer Stunde wache ich auf und starre wieder an die Decke. Dabei lausche ich dem Verkehr vor dem Fenster, aber ich kann ihn nicht sehen, weil die Vorhänge geschlossen sind.

Gegen Abend werde ich aktiv und kritzel wilde Gedanken auf die Notizzettel mit dem Hotellogo in der Ecke. Dann falte ich mir aus dem Briefpapier einen Hut und lebe meine Machtfantasien als Napoleon aus. Nackt und mit schiefem Papierhut singe ich die ersten Zeilen irgendeiner Oper immer und immer wieder und bemerke erst als es zu spät ist, dass diese Braunhaarige mit den langen Beinen wieder im Zimmer steht. Sie will, dass ich sofort gehe. Mir ist das recht, aber ich vergesse das Foto auf ihrem Bett und will nicht wieder zurück gehen.